Sonntag, 25. März 2012

Ohne Kuhmilch und Fleisch zu mehr Gesundheit


Ökologisch und politisch korrekt essen

Ruediger Dahlke macht in seinem Buch mobil für "Peace Food"


Massentierhaltungen sind das Eine, ein Zuviel an Fleisch
das Andere. Der Arzt und Psychotherapeut Ruediger Dahlke
bricht in seinem neuesten Buch "Peace Food" eine Lanze
für eine vegane Ernährung. Er untermauert diese für ihn
vorteilhafte Kost ohne tierische Substanzen mit Krankheiten,
die durch Fleisch und andere tierische Produkte entstehen
können. Er prangert die Zucht von Tieren an, die den Tierschutz
mit Legebatterien und einer grausamen Abschlachtung nicht
einhält. Bei den Schilderungen über Tierquälereien von Kälbern,
Rindern, Kühen, Küken und Schweinen vergeht einem der Appetit.
Dahlke macht darauf aufmerksam, dass Fleischesser dieses Leid
mitessen. "Eine solche Nahrung mit solchen Energien kann nicht
spurlos an Allesessern vorbeigehen", ist sein Kommentar dazu.
Der Arzt schließt sogar vom Verhalten der Fleischesser auf
deren Gemüts- und Gesundheitszustand. Herzinfarkt, Magen- und
Darmleiden, Schwächung der Knochen seien die Folge dieses
Konsums von Fleisch aus der Massentierhaltung. Auch eine
erschreckende Art von Verrohung sei bei manchen Arbeitskräften
in Großschlächtereien zu bemerken und zu beanstanden. Sadistische
Perversionen können dort straffrei ausgelebt werden. In Deutschland
leben 80.000 Menschen vegan. 1,3 Millionen sind Vegetarier. In
Österreich mit seinen 8,4 Millionen Einwohnern werden im Jahr zwei
Milliarden Eier, 3,26 Millionen Liter Kuhmilch und 836200 Tonnen
Fleisch konsumiert. Pro Kopf nimmt also ein Österreicher rund
112 Kilogramm Fleisch zu sich pro Jahr. Ruediger Dahlke weiß, woher
die Lust darauf kommt. Milch- und Fleischprodukte machen süchtig.
Dass zuviel Fleisch aufgrund der Fette nicht gesund ist, ist hinlänglich
bekannt. Doch Dahlke beschreibt auch, wie Milchprodukte den
Organismus schädigen können. Milch verschleimt und sorgt für mehr
Erkältungen und Asthma. Durch Milch wird schädliches IGF produziert.
IGF ist ein Hormon und die Abkürzung für "Insulin-like Groth Factor".
Nicht jede Kuhmilch ist übrigens identisch zusammengesetzt. Durch
die zusätzliche Pasteurisierung ergibt sich ein ungünstiger Eiweißcocktail,
der Allergien und Autoimmunkrankheiten fördert. Bekannt ist bereits
die Laktose-Intoleranz, die vermehrt bei Erwachsenen auftritt.
Das Milchfett der Kuhl enthält weit mehr gesättigte Fettsäuren als die
Muttermilch. Veganer weichen deshalb auf Reis-, Getreide-, Kokos-, Mandel-,
Soja- und Hanfmilch aus. Dahlke sieht keinen Zusammenhang zwischen
weniger Knochenbrüchen und mehr Milchkonsum. Im Gegenteil verweist er
auf eine Yale-Studie, die häufige Oberschenkelfrakturen auf zuviel
tierisches Eiweiß zurückführt. Die Säure wird erhöht und um diese
wieder auszuscheiden, wird Kalzium aus den Knochen verwendet. Auch
raffinierte Kohlenhydrate aus Zucker schädigen die Knochen. Stattdessen
empfiehlt Ruediger Dahlke Sonnenbäder, um sich mit Vitamin D einzudecken
und Osteoporose, Diabetes 2 und Herzkreislauf-Erkrankungen entgegen zu
wirken. Auch hilfreich sind Aufenthalte an der Sonne bei Depressionen,
Demenz, Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche,
Asthma und Schuppenflechte. Der Arzt rundet sein Buch ab mit dem
Ratschlag, zu fasten, mehr Rohkost zu verspeisen und ferner zu Leinsamen,
Obst, Gemüse, Algen und Gerstengrassaft zu greifen. Appetitanregend
sind die 30 veganen Rezepte von Dorothea Neumayr im Anhang wie
gefüllte Paprika, grüne Polenta mit Pilzen und Kräutern oder Rotem
Curry mit Bambussprossen und Cashewkernen.
"Peace Food" ist ein aufschlussreiches, politisch engagiertes Statement
in Sachen Fleischindustrie und zudem ein Buch, das zum Nachdenken anregt.
(c) Corinna S. Heyn


Ruediger Dahlke,
Peace Food,
Wie der Verzicht auf Fleisch
und Milch Seele und Körper heilt.
Gräfe und Unzer 2011.
www.gu.de